Das Spiel greift die Geschichte des namensgebenden Films aus dem Jahr 1999 auf. Und obwohl ich persönlich ein großer Fan des Vorgängerfilms bin (damals war ich ungefähr 10 Jahre alt!), ist der Nachfolger irgendwie an mir vorbeigegangen.
Angesichts des eher fragmentiert nacherzählten Plots im Spiel, wäre es aber endlich mal an der Zeit, das nachzuholen - zumal sich mir die Geschichte beim Spielen nicht wirklich erschlossen hat. Was ich verstanden habe, ist, dass Woody von einem Typen namens Al unglücklicherweise vom Hausflohmarkt in Andys Wohnstraße stibitzt wird. Al könnte eine Art Sammler sein, allerdings scheint er auch ein Spielzeuggeschäft zu besitzen, denn das besucht man im Verlauf des Spiels. So oder so müssen wir Woody retten, bevor Schlimmeres passieren kann!
Also machen wir uns in der Rolle von Buzz auf, um unseren Kumpel Woody zu retten. Denn der scheint neuerdings nicht mehr auf sich selbst aufpassen zu können. Unterstützt wird Buzz von einigen der anderen uns wahlbekannten Spielzeuge: das Schwein Specki, der Dino Rex, Charlie Naseweis, Slinky usw. So oder so: Die Story spielt keine große Rolle - sie ist maximal dafür da, den Ablauf der Level und deren Settings zu begründen. Immerhin wurden tatsächliche Filmschnipsel aus dem Film integriert, die allerdings nicht immer zur Chronologie des Spiels passen. Egal. Nicht so wichtig. Seltsamer Weise begegnet man dem Entführer Al nie - stattdessen des öfteren dem Prospector (Goldgräber?), aber wie gesagt, ich kenne den Film nicht und verstehe dessen Rolle nicht wirklich.
Gameplay: kompetenter Standard
Man spielt Buzz und kann einige seiner bekannten Spielzeug-Fähigkeiten nutzen. Mit dem Laser wird auf Feinde und Objekte geschossen. Man kann springen und per ausgeklappter Flügel sogar einen Doppelsprung machen. Es gibt eine obligatorische Stampfattacke, um Schalter zu bedienen und Buzz kann sich an Kanten hochziehen, an Stangen klettern und schwingen sowie an Seilbahnen rutschen.
Zudem lernt er mit der Zeit einige Fähigkeiten, die temporär eingesetzt werden können, wenn er das passende Item findet. Freigeschaltet werden diese Extras, indem man in gewissen Levels die fehlenden Körperteile von Charlie Naseweis findet - warum auch nicht. So lernt Buzz, zum Beispiel für kurze Zeit in der Luft zu schweben (braucht man fast nie) oder besonders schnell über den Boden zu gleiten (braucht man auch nur ein paar Mal). Auch der Greifhaken wird im Grunde nur in einem einzigen Level eingesetzt. Immerhin kann man mit einigen der Fähigkeiten im Gepäck frühere Level erneut besuchen, um weiter Aufgaben abzuschließen.
Saubere Grafik, gute Spielbarkeit und kreative Levels - kein Banjo, aber ein spaßiger 3D-Platformer allemal!
Jedes der 15 Level stellt einem prinzipiell eine Reihe von Aufgaben (Ausnahmen sind einige reine Bosskampflevel), für die man jeweils mit Pizza-Token belohnt wird. Diese benötigt man, um weitere Level freizuschalten und so in der Story voranzukommen. Die meisten dieser Aufgaben folgen wiederkehrenden Mustern: Finde 50 Münzen für das Schwein (weil es eben ein Sparschwein ist); diese Münzen liegen einfach so in den Levels herum oder werden von erledigten Gegnern hinterlassen. Oder: Besiege einen Mini-Boss (ziemlich hakelig, aber nie besonders anspruchsvoll). Gewinne gegen Turbo das Fernsteuerungsauto im Wettrennen. Sammel dies, sammel das. Totaler Standard, aber ich hatte trotzdem fast an jeder Aufgabe Spaß. Der Anspruch ist jedenfalls durchweg recht gering. Weder, was das rätseln noch das Geschick angeht. Die ärgsten Gegner sind ohnehin eher die Steuerung und die Kamera - das ist aber damals grundsätzlich so üblich und kann schon mal für Frust sorgen, wenn zudem die Kollisionsabfrage an Plattformen oder Kanten nicht genau hinhaut.
Die Abwechslung kommt also nicht durch die Aufgaben ins Spiel, sondern eher durch die Architektur der Levels. Hier gibt es Hochs und Tiefs. Highlights sind natürlich Andys Haus und das Apartment von Al. Aber auch die Baustelle und das Rollfeld haben mir viel Spaß gemacht. Es gibt immer etwas zu erkunden und witzige Details zu entdecken.
Schicke Grafik – mit Abstrichen
Ich habe die Playstation-Version auf PS5 gespielt. Das Art-Design des Spiels ist kompetent gemacht, mir gefällt die Interpretation nahezu aller Elemente aus dem Film. Abgesehen einiger Gesichter der Figuren, die irgendwie gruselig wirken (Woody!). PlayStation-üblich gibt es ziemlich viel wabbelige Texturen und Geflacker zu sehen, aber auch einige optische Finessen, wie die Reflexionen von Buzz’ Gesicht im Glas seines Helms, wenn man in die Ego-Perspektive schaltet. Das Spiel hat natürlich den Vorteil, dass es sich an der hervorragend designten Vorlage orientieren kann und sieht für damalige Verhältnisse echt schick aus, wie ich finde.
Sound: Mit Ausnahmen unspektakulär
Ich liebe die Musik im zweiten Level: Andys Nachbarschaft. Ansonsten sind die Stücke und Soundeffekte ok - eher zweckmäßig. Nett ist die Adaption des Filmsongs „You’ve got a Friend in Me" im Speicherbildschirm, wo Rex eine Memory Card hält. Niedlich. Sowas freut mich. Auch Buzz brabbelt manchmal seine Standardsprüche vor sich hin. Das ist schon ganz ok alles und trägt der Atmosphäre des Spiels bei.

